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6.02.10 (Alter: 214 Tage )

Gespräch mit Frau Ministerin Sommer


Nach der Protestaktion am 22.12.09, bei der die Schülerschaft Frau Sommer deutlich machen konnte, dass sie mit einem Großteil ihrer Politik nicht zufrieden ist, wurde eine Delegation, die aus gewählten Vertretern des Schülerrats und der SV bestand, am 22.01.10 zur Diskussionsrunde in das Cafe Knigge in Bielefeld eingeladen.

Die Gruppe, bestehend aus sieben Schülern  (Stella Guesnet, Tessa Gerstmeyer, Julius Dumschat, Charlotte Haake, Alexander Kluge, Larissa Roettig und Fynn Schmidt), traf sich einige Male im Vorfeld, um möglichst gut vorbereitet zu sein und zu vermeiden, dass sie von der Ministerin nicht Ernst genommen werden. Bei einem dieser Treffen erarbeiteten die Schüler einen Vorschlag für eine neue Art von Gymnasium, den sie Frau Sommer vorstellen wollten.
Bewaffnet mit ihrem eigenen Konzept, einem dazugehörigen Musterstundenplan und den Kritikpunkten des Schülerrats, zu denen Lösungsvorschläge erarbeitet wurden, trafen die Schüler Frau Sommer um 15:00 Uhr im Cafe Knigge und konnten nach wenigen Minuten mit der Diskussion beginnen. Als Grundlage dienten die Kritikpunkte des Schülerrats, die nach und nach abgearbeitet werden konnten.
Frau Sommer hat während des Gespräches nicht versucht den Schülern auszuweichen, sondern die Fragen immer direkt beantwortet.
Sie hat in einem sehr offenen Gespräch immer wieder zugegeben, dass einige Maßnahmen, wie G8 oder die Kopfnoten, nicht so durchgeführt werden konnten, wie es ursprünglich von der Politik geplant war und dass es teilweise noch immer an der Art und Weise hapert. Zusammen mit den Schülern konnten im Verlauf des Gespräches mögliche Lösungen für die Kritikpunkte gefunden werden.
Die Problematik Kopfnoten könnte zum Beispiel gelöst werden, indem man die Ergänzungsstunden, die G8 Jahrgängen zur Verfügung stehen, zu einem kleinen Teil dazu nutzt, dass Lehrer und Schüler unter vier Augen Aspekte, wie Zuverlässigkeit oder Sozialverhalten, besprechen können. So würden Selbsteinschätzung des Schülers und Beurteilung des Lehrers ein Fazit ergeben, dass individuell auf den Schüler abgestimmt ist und Kopfnoten überflüssig macht.
Auch wenn  1½ Stunden schnell vorbei waren, konnten die Schüler das Konzept „Gymnasium als Lernzentrum“ vorstellen und deutlich machen, auf was für Veränderungen sie im Schulsystem Wert legen.
Um die Ideen einem größeren Publikum zu präsentieren und die Möglichkeit aufzuzeigen, dass man Schule, so wie die Schüler sie sich vorstellen, tatsächlich umsetzen kann, versicherte Frau Sommer am Schluss des Gespräches, die Idee in einem Magazin des Ministeriums vorzustellen.
Demnächst kriegt die Schülervertretung Besuch von einem Pressereferenten, der mit den Schülern gemeinsam eine angemessene Form zur Präsentation des Konzeptes erstellen wird.
Die Aktion „Besselschüler für ein besseres Schulsystem“, angefangen mit einer letzten Endes doch sehr wirksamen Demonstration, geht also in die nächste Runde.

Auch wenn man immer bedenken muss, dass Frau Sommer eine Politikerin ist und die Schüler nie wirklich wussten, ob sie umsetzt, was sie verspricht, waren alle positiv überrascht vom Verlauf des Gesprächs.
Die Schülervertretung hofft, dass sie die Kritik der Schüler effektiv weitergeben konnte und dass die Ministerin sich wenigstens einen Teil davon zu Herzen nimmt.