Allgemein

Schüleraustausch 2026

30. April 2026

Viljandi Gümnaasium zu Gast am Bessel

Die Schüler*innen mit ihren Lehrkräften Ave Alvre und Hiie Allvee (Viljandi), sowie Kristina Bock, Andy Kracht und Martin Lembcke (Minden) in Hamburg

Eigentlich sollte alles ganz einfach sein: Unsere Austauschpartner aus Viljandi, Estland landen am Montag, wir holen sie ab, und das Abenteuer kann beginnen. Stattdessen saßen wir plötzlich vor unseren Handys und erfuhren, dass ihr Flug gestrichen wurde. Willkommen zum ersten kleinen „Plot Twist“ unseres Austauschs.

So verschob sich ihre Ankunft kurzerhand auf Dienstagvormittag, was die Aufregung bei uns nur noch größer machte. Viele von uns hatten vorher schon Kontakt zu ihren Austauschpartnern, weshalb die Neugier auf das erste persönliche Treffen besonders groß war. Gleichzeitig wussten wir, dass uns ein abwechslungsreiches und gut gefülltes Programm erwartete, das die kommenden Tage spannend und unvergesslich machen sollte.

So war auch der erste Tag, nun der Dienstag, gut durchgetaktet. Nach dem ersten Ankommen trafen wir uns zusammen beim Kreishaus und wurden vom Landrat Ali Doğan begrüßt und auf einen Imbiss eingeladen. Wenig später erwartete uns eine Stadttour der ganz besonderen Art (night watch man ) und wir durften einiges über die Geschichte Mindens lernen. Um das sonnige Wetter direkt zu nutzen, fuhren einige von uns an den Weserstrand und spielten Volleyball oder feuerten kräftig von der Seite aus an. Anschließend ging es für viele noch auf ein Getränk zur Schiffsmühle.

Gegen Abend versammelten wir uns an der Eickhorster Mühle und konnten den ersten Abend bei einer Bratwurst ausklingen lassen.

Unsere Exkursion nach Wolfsburg am Mittwoch hatte alles: frühes Aufstehen, drei Stunden Bahnfahren und erstaunlich gute Laune. Im VW-Werk staunten wir bei der Werktour über Roboter, die scheinbar nie müde werden – im Gegensatz zu uns. Im Anschluss ging es ins Outlet-Center, wo vor allem die Kaufentscheidungen intensiv „wissenschaftlich geprüft“ wurden. Naturwissenschaftliches highlight der Exkursion: Besuch des Phaeno Science Center in Wob: Im Phaeno wurde dann fleißig experimentiert, gekurbelt und ausprobiert, was nicht nur Spaß machte, sondern auch den Kopf ordentlich forderte. Nach weiteren drei Stunden Rückfahrt kamen wir schließlich etwas erschöpft, aber mit vielen neuen Eindrücken und einigen Einkaufstüten wieder zuhause an.

Am Donnerstag starteten wir um 8 Uhr gemeinsam in der Schule. Während die estnischen Austauschschüler in der ersten Stunde eine Schulführung bekamen, hatten wir Deutschen regulär Unterricht. Von der 2. bis zur 5. Stunde saßen dann alle in ihrem jeweiligen Unterricht.

Nach der Schule standen drei Aktivitäten zur Wahl: eine Radtour zum Kaiser-Wilhelm-Denkmal, Rudern am Bootshaus oder einfach zu Hause entspannen.

3 Leute sind mit Herrn Lembcke zum Kaiser Wilhelm hochgeradelt.

Andere haben den Nachmittag genutzt, um zum Beispiel entspannt in der Stadt shoppen zu gehen.

Wir entschieden uns fürs Rudern. Wir machten ein paar Runden hin und her – und zum Glück ist niemand gekentert!

Um 17 Uhr ging es weiter zum Biobauernhof Kinkelbur. Dort bekamen wir eine spannende Führung mit Sönke über den Hof und haben anschließend gemeinsam gegrillt.

Zum Abschluss des Tages trafen wir uns alle noch im Enchilada und beendeten den Abend in gemütlicher Runde.

Am Freitag sind wir um 9:35 Uhr nach Hamburg losgefahren und konnten gegen 15:00 Uhr kurz in unsere Zimmer einchecken. Anschließend sind wir gemeinsam mit der Bahn zur Reeperbahn gefahren, wo wir direkt von unserer Tourleiterin empfangen wurden. Dort erhielten wir einen Einblick in einen Stadtteil, in dem verschiedene Gruppen aufeinandertreffen: Einerseits die Fans des FC St. Pauli und andererseits Menschen aus der Party- und Rotlichtszene. Wir haben die Herbertstraße von außen gesehen und erfahren, dass Frauen dort nicht erwünscht sind, um die Privatsphäre der dort arbeitenden Frauen zu schützen.

Nach dieser interessanten, teilweise aber auch erschreckenden Tour nahmen wir an einer Hafenrundfahrt teil. Dabei sahen wir unter anderem den Hamburger Hafen, die Elbphilharmonie, den Elbstrand und vieles mehr. Besonders beeindruckend war das Containerschiff HMM Helsinki, das wir aus nächster Nähe sehen konnten und das eine Stellplatzkapazität von über 23.000 Containern hat.

Nach der Rundfahrt hatten wir etwas Freizeit, bevor um 21:30 Uhr unsere letzte gemeinsame Aktivität stattfand: ein Besuch im Miniatur Wunderland. Dort konnten wir beeindruckende detailreiche Modelllandschaften aus verschiedenen Ländern bestaunen.

Wir ließen den Abend individuell in Kleingruppen ausklingen, wie zum Beispiel am Hamburger Dom oder in verschiedenen Bars.

Fazit: Ein Schüleraustausch mit dem Viljandi Gümnaasium ist wie ein Level-up im echten Leben: neue Leute, neue Kultur und plötzlich spricht man Englisch (mit Händen und Füßen) ganz automatisch. Man merkt schnell, dass man super klarkommt – meistens zumindest – und sammelt Erfahrungen, die kein Klassenzimmer bieten kann. Kurz gesagt: Non scholae, sed vitae discimus! – und das Ganze fühlt sich weniger nach Schule und mehr nach Abenteuer an. Wir freuen uns auf ESTONIA im September!

[Text: Fiona Husemeier, Aenni Dreher, Neela Hurrelmann, Katharina Wesemann, Lara Giesbrecht & Lea Dehne]

  • Blick von der Elphi