Schwerpunkte

Schüleraustausch im September 2007

 

Im Rahmen des Schüleraustauschprogramms mit dem Lyzeum 23 in Kaliningrad besuchten 14 Schülerinnen und Schüler des Besselgymnasiums in der Zeit vom  13. bis zum 20. September  ihre Partnerschule . Die Anreise der Gruppe erfolgte mit der Eisenbahn und dauerte 16 Stunden. Zunächst ging es mit dem IC nach Berlin und dann weiter mit dem Nachtzug über Stettin, Danzig und Braniewo zum Hauptbahnhof in Kaliningrad. Dort traf der Zug am Freitagmittag, dem 14. September um 12.00 Uhr Ortszeit ein. Gespannt erwartete man die Gastgeberfamilien, da keiner so genau wusste, wie die Lebensumstände in den jeweiligen Familien sein würden. 

Auf dem Bahnsteig wurden die Besselschülerinnen und -schüler bereits erwartet. Als Hauptumgangssprache einigte man sich schnell auf Englisch und nach einer halben Stunde waren alle auf ihre Gastfamilien verteilt. Auch für die begleitenden Lehrerinnen und Lehrer, Frau Kutschera, Frau Bylebyl und Herr Rademacher, fanden sich Gastgeber. Sie wohnten bei Lehrerinnen bzw. Lehrern der Schule 23. Auf alle Beteiligten kam nun eine anstrengende Woche zu. Eine wichtige Rolle spielten die Besuche der Unterrichtsstunden der russischen Partnerschule. Auffällig waren durchweg kleine Lerngruppen, also etwa zwischen 12 und 20 Schülerinnen und Schülern pro Klasse. Außerdem gibt es an der russischen Schule das so genannte "Lehrer-Unterrichtsraum-Prinzip", d.h. die Lehrerinnen und Lehrer haben ihre festen Unterrichtsräume und die Schüler kommen zu ihnen in den Unterrichtsraum. 

Im Mittelpunkt stand, wie immer bei diesem Austausch, die Ehrung der Preisträger des Mathematik-Wettbewerbs zwischen beiden Schulen. In einer kleinen Feierstunde erhielten die Preisträger des Besselgymnaiums, Chistin Busche und Christian Reinbold von der Schulleiterin Frau Berkunova ihre Urkunden und Preise. In einer kleinen Rede wies die Schulleiterin des Besselgymnasiums, Frau Kutschera, auf die lange Tradition dieses Austausches und seine Lebendigkeit hin. Es wird überlegt, den Austausch  zu erweitern und dazu andere Fächer hinzu zu nehmen, etwa die Informatik mit gemeinsamen Robotor-Projekten und den Sport mit Vergleichswettkämpfen etwa im Volleyball. 

Neben diesen offiziellen Programmpunkten gab es ein umfangreiches und interessantes Rahmenprogramm. Am Samstag ging es mit dem Bus zur alten Bäderstadt Rauschen, dem heutigen Svetlogorsk, etwa 50 km von Kaliningrad entfernt. Wegen des starken Sturms war es nicht möglich, auf dem Sandstrand spazieren zu gehen. Es blieb der Besuch der Uferpromenade und der Innenstadt. Am Sonntag war Programm in den Familien angesagt. Einige Besucher verbrachten den Tag in Cranz, dem heutigen Zelenogradsk. Der Wind war abgeflaut, so dass man wunderbar auf dem breiten Sandstrand an der Ostsee wandern konnte.

Am Montag stand eine Stadtrundfahrt im Mittelpunkt. Zunächst ging es zum wieder aufgebauten Dom mit dem Grab von Imanuel Kant. Der Dom wird heute als Konzertsaal genutzt. In den beiden Türmen sind unten kleine Andachtsräume für die evangelische und  die katholische Kirchengemeinden untergebracht.  Weiter nach oben gelangt man in Ausstellungsräume, die das alte Königsberg und das Leben von Kant zeigen. Der Dom liegt unmittelbar an der Pregel. An dem Ufer der Pregel entstehen nach und nach historische Gebäude, die auf das alte Königsberg hinweisen. Weiter ging es mit dem Bus zum neu erbauten Königstor und zur Albrechts-Universität. Beeindruckend war die neue russisch-orthodoxe Kirche, die voraussichtlich im nächsten Jahr fertig wird. Den Abschluss bildete der Besuch eines russischen U-Bootes am Ufer der Pregel.

Am Dienstag ging es mit dem Bus auf die kurische Nehrung. Sehr beeindruckend waren der tanzende Wald und vor allem die sogenannte "Russische Sahara", eine ausgedehnte Dünenlandschaft mitten auf der Nehrung. An der schmalsten Stelle ist die Nehrung nur 300 m breit. Von dort aus kann man sowohl die Ostsee als auch das kursiche Haff betrachten.

Am Mittwoch ging es zunächst zum Grab Friedrich Wilhelm Bessels, das nur 100 Meter von der Schule entfernt ist. Anschließend standen Museumsbesuche auf dem Programm.  Zunächst ging es zum historischen Museum im Königstor. Dort wurde anhand von Darstellungen ein Überblick über die Entstehung der inzwischen 750 Jahre alten Stadt Königsberg gegeben. Im Bernstein-Museum wurde zunächst erklärt, was Bernstein ist und wie er entstanden ist. In einer kurzen Führung wurden dann beeindruckende Kunstwerke aus Bernstein gezeigt.
Viel zu schnell war die Zeit um. Am Mittwochabend galt es Abschied zu nehmen. Es hatten sich zahlreiche Freundschaften gebildet, die mittels Internet, Telefon und E-Mail weiter Bestand haben sollen.  Nur mit Mühe gelang es , die Schülerinnen und Schüler in die Abteile des Zuges zu bewegen, so schwer fiel einigen die Trennung. Bleibt die Erwartung auf ein Wiedersehen beim Gegenbesuch in Minden im  September des nächsten Jahres.